FSG Isen e. V.

Chronik

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1784

In Isen wurde schon vor urdenklichen Zeiten nach alten bayerischen Schützenregeln geschossen. Der Markt Isen gehörte früher zur Herrschaft Burgrain. Die Herrschaft Burgrain unterstand dem Fürstbischof von Freising und war ein eigenständiges Land innerhalb des Churfürsten- und Herzogtums Bayern. Der Verwalter dieses kleinen Landes hatte seinen Sitz auf Schloss Burgrain.

Die Rechte der Bürger und die des Marktes waren sehr beschränkt. Ein gewisses Mitspracherecht hatte auch das Stift Isen. Die meisten Genehmigungen mussten über das Pflegeamt Burgrain nach Freising zum Fürstbischof eingereicht werden. So war es auch bei den Schützen.

Bereits vor der Gründung der Feuerschützengesellschaft St. Nepomuk bestand in Isen eine Schützengesellschaft. Es war dies die Gesellschaft der Püchsen (Büchsen). Wann sie gegründet wurde ist leider nicht bekannt, man vermutet jedoch zwischen 1500 und 1600. Sie war eine private Schützengesellschaft und hatte keine landesfürstliche Anerkennung. Nachdem im Jahre 1780 der Stiftsdekan Anton Döll die Schützenkasse einzog, drohte sich die Gesellschaft aufzulösen.

Einige beherzte Mitglieder ließen sich nicht entmutigen und gründeten bereits am 25. Januar 1784 die Feuerschützengesellschaft Isen. Zu diesem Zweck begaben sie sich an diesem kalten Wintertag zum Schloss Burgrain, wo sie der Pfleger erwartete. Sie unterbreiteten ihm ihren Entschluss und baten dabei um Bewilligung. Gleichzeitig wurde ein Schreiben an die fürstliche Hofkammer nach Freising übergeben, mit der Bitte, die fürstbischöfliche Anerkennung und Genehmigung zu erhalten.

Die meisten Schützenvereine oder Gesellschaften, die vor der Säkularisation gegründet wurden, waren auch christliche Bruderschaften. Diese Bruderschaften standen unter dem Zeichen eines Schutzpatrons. Der Schutzpatron der Schützen ist der heilige Sebastian. Später kam der Schutzpatron der Jäger St. Hubertus dazu. Die Isener Feuerschützen stellten sich aber unter den Schutz des heiligen Johannes Nepomuk. Dies erscheint zunächst außergewöhnlich, ist jedoch leicht zu erklären. Die Schießstätte der Feuerschützen lag in der Nähe des Isenflusses, der schon in früherer Zeit den Ort des öfteren mit Überschwemmungen und Hochwasser heimsuchte. Da gerade auch die Schützen immer wieder die Auswirkungen des Hochwassers zu spüren bekamen, war es verständlich, dass sie sich dem heiligen Johannes Nepomuk anvertrauten, galt dieser doch als Schutzpatron gegen Wassergefahren.

1795

Noch vor der landesfürstlichen Anerkennung feierte man in Isen mit einem Festgottesdienst den Jahrtag der Gründung des Vereines. Zu diesem Festgottesdienst musste jedes Mitglied erscheinen. Ein unentschuldigtes Fernbleiben wurde mit einer strengen Strafe geahndet, denn die Satzung war mit strengsten Verordnungen versehen.

1798

Da man in Freising immer noch eine ablehnende Haltung die Gründung der Feuerschützen einnahm, schrieb man in diesem Jahr die Satzung der Freisinger Schützen wortwörtlich ab und legte diese in 31 Punkten dem Fürstbischof vor. Daraufhin bestätigte Fürstbischof Josef Konrad von Freising die Satzung und erteilte die Genehmigung.

1812

Bereits im Jahre 1812 wurde von der Feuerschützengesellschaft Isen eine Schießstätte gekauft, sie befand sich an der heutigen Straße nach Markt Schwaben, unweit des Lederers Heilmeier. So erschienen am 14. Oktober 1812 die Schützenmeister Kaspar Schilling, Revierförster, und Willibald Wittner, Weißgerber in Isen vor dem damaligen Bürgermeister von Isen Zeno Heigl und kauften das Grundstück von Sigmund Heilmair für 225 Gulden.

1909

Nach dem der Schießbetrieb fast 50 Jahre ruhte, wurde die Feuerschützengesellschaft Isen im Jahr 1909 wiedergegründet.. 1.Schützenmeister wurde Dr. Alexander Götz, 2. Schützenmeister war Oscar Ringler und Kassier war Hans Bauer.

1911

In den Anfangsjahren des 20. Jahrhunderts gab es in Bayern zahlreiche Schützengesellschaften die zwar nach den bayerischen Schützenregeln geschossen haben, teilweise auch dem Deutschen Schützenbund angehörten, aber im großen und ganzen auf sich selbst gestellt waren. So war man bestrebt diese Gesellschaften gebietsweise in einer Dachorganisation unterzubringen. Gedacht war hier an die Feuerschützengesellschaften rund um das Isengebiet.

Am 19. Juli hatte der erste Isener Schützenmeister folgende Feuerschützengesellschaften zu einer Gründungsversammlung eingeladen: Markt Schwaben, Erding, Dorfen, Mühldorf, Haag, Wadmühle, Burghausen, Simbach, Kraiburg, Ebersberg. Altötting und Neuötting.

Einige Abgeordnete der Vereine trafen sich bereits vorher um erste Gespräche zu führen. Am 14. Mai 1911 wurde dann eine Satzung für den Isengau-Bund festgelegt, die uns heute noch im Original vorliegt.

Die bedeutende Versammlung fand am 30. Juli 1911 in der Bahnhofsrestauration in Thann-Matzbach statt. Diesen Ort wählte man wohl als verkehrsgünstigsten Punkt, konnten doch die Delegierten von überall mit der Eisenbahn anreisen. Einige Gesellschaften erschienen nicht. Angeblich hatten sie die Einladungen nicht rechtzeitig erhalten. Die FSG Erding wollte ihren Beitritt vom Ausgang der Versammlung abhängig machen. Die FSG Isen, Dorfen, Mühldorf, Haag, Wadmühle und Markt Schwaben gründeten den Isengau-Bund.

Mit ihren Unterschriften verpflichteten sich die Delegierten zur Einhaltung der Satzung. Es unterzeichnete für die FSG Markt Schwaben Kaspar Margreiter, für die FSG Mühldorf Anton Daxenberger, für die FSG Dorfen Ludwig Zauner und für die FSG Isen Dr. Alexander Goetz. Sie waren die jeweiligen 1. Schützenmeister der Gesellschaften. Weitere Unterschriften sind auf dem Gründungsprotokoll nicht vorhanden. Der Mitgliederjahresbeitrag wurde auf eine Mark festgelegt. Bei dieser Versammlung wurde auch beschlossen, ein jährliches Isengau-Bund Schießen abzuhalten. Beim ersten Isengau-Bund Schießen im September 1911, dass der FSG Markt Schwaben zugesprochen wurde, beteiligten sich 45 Schützen.

1920

Am 20. September 1920 wurde Isen einem verheerendem Hochwasser heimgesucht. Der Schießstand der Feuerschützen wurde von diesem Hochwasser weggerissen und total zerstört. 1925 begann man mit dem Neubau einer Schießanlage unweit des früheren Standes. Bereits 1927 konnte man ein Fest- und Eröffnungsschießen abhalten. Es waren sechs Stände vorhanden, die Scheibenentfernung betrug 125 Meter.

1929

Hans Hopperdietzel von den Isener Feuerschützen wurde beim Bundesschießen in Aichach oberbayerischer Bundesschützenkönig.

1930

Nach den Ersten Weltkrieg fand nach längerer Pause am 12. Oktober 1930 in Mühldorf am Inn eine Versammlung mit dem Zweck der Wiedergründung des Isengau-Bundes statt. Die Feuerschützen waren durch ihren 2. Schützenmeister Franz Aicher vertreten. Bei dieser Wiedergründung gab man sich den Namen "Isengau-Feuerschützenbund". Als äußeres Kennzeichen wurde ein Emblem gewählt, das in einem Kreis von 4 Zentimetern Durchmesser einen röhrenden kapitalen Hirsch zeigt und die Inschrift "Isengau" trug.

Dies war jedoch nur von kurzer Dauer, denn 1933 übernahm Adolf Hitler die Macht im Deutschen Reich. Die Vereine und Gesellschaften durften ihre bisherigen Namensbezeichnungen behalten. Der Isengaubund, der oberbayerische Feuerschützenbund sowie alle anderen Vereinigungen wurden aufgehoben, selbst der Deutsche Schützenbund verlor seine Existenz.



1931

Die Schießanlage wurde 1931 mit Kleinkaliberständen erweitert. Vom 6. bis 15. August 1932 wurde ein Eröffnungsschießen abgehalten. Es nahmen 137 Feuerstutzen- und 24 Kleinkaliberschützen teil.

Selbstverständlich beteiligten sich die Feuerschützen ebenfalls an zahlreichen auswärtigen Schießen.

Die Schießsaison begann jeweils um die Osterzeit und endete mit dem Kirchweihschießen.

1939

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges begann der Untergang des Feuerstutzenschießens. Übrig blieb nur das neuere, moderne Kleinkaliberschießen. Gleichzeitig bedeutete diesen Datum das vorläufige Ende der Feuerschützengesellschaft. Während des Krieges ruht der Schießbetrieb fast vollständig. 1940 mußte das Schützenhaus an Marktgemeinde Isen verkauft werden, die es Flüchtlingen zur Verfügung stellte.

1959

Am 1. Juni 1959 wurde die Feuerschützengesellschaft wiedergegründet. An einen Schießbetrieb war vorerst jedoch nicht zu denken. Mit der Wiedergründung wurden nur die Ansprüche gegenüber der Marktgemeinde aus dem Schützenhaus-Verkauf von 1940 gewahrt. Bei der Versammlung zur Neugründung fanden sich 12 ehemalige und einige neue Mitglieder ein. Zum Schützenmeister wurde Franz Aicher, als Kassier und Schriftführer Hans Hopperdietzel gewählt.

1963

Man schrieb den 2. November 1963. Beim Fischerwirt am Gries, dem ehemaligen Vereinslokal der Feuerschützen, fand eine Generalversammlung statt. Dies war ein bedeutender Tag in der Geschichte der Isener Schützengesellschaften. Nach langjährigen Verhandlungen kam es zum Zusammenschluß der Hubertus-Zimmerstutzengesellschaft und der Feuerschützengesellschaft St. Nepomuk.

Man nannte sich fortan Feuerschützengesellschaft Isen.

Dies ist wohl durchaus als Meilenstein in der jüngeren Vereinsgeschichte zu werten.

Die neue Vorstandschaft bestand durchwegs aus Männern der jüngeren Generation, die aber bereits große Erfahrung mitbrachten und ihr Können schon oftmals unter Beweis gestellt hatten. Die älteren und erfahreneren Mitglieder wurden in den Ausschuss aufgenommen und hatten beratende Funktion. Die neue Vorstandschaft ging mit vollem Elan an die ihr gestellten Aufgaben heran.

Zum 1. Schützenmeister würde Josef Stadlöder gewählt. 2. Schützenmeister wurde Walter Meier, Kassier Max Stein und Schriftführer wurde August Stephan.

1967

Die bisherige Schießanlage für Kleinkaliber erwies sich bald als zu klein. Man erwog einen Neubau, da die Wiederherstellung der alten Anlagen der Feuerschützen aus vielerlei Gründen zurückgestellt werden mußte. Vorgesehen war ein Neubau in der ehemaligen Gemeindekiesgrube am Sandberg. Es waren acht 50m Kleinkaliberstände und fünf 25m Pistolenstände geplant. Außerdem noch 4 Stände für Luftgewehr und Luftpistole.

Die Planung übernahm der bekannte Architekt Adolf Clement aus München.

Der alte Stand, der 1959/60 erbaut wurde, wurde am, 18. Juli abgerissen.

Am 5. August 1967 erfolgt der erste Spatenstich für das neue Schützenhaus am Sandberg. Bei regnerischem Wetter wurden die Wasserleitungen gegraben. Bereits am 16. September war der Rohbau des Schützenhauses fertig.

Die Anlage wurde in über einem Jahr von 69 Mitgliedern und Nicht- mitgliedern in 5720 freiwilligen Arbeitsstunden erstellt. Für die Ausführung und Bauleitung sorgten Martin Angermaier aus Steingassen, sowie der Zimmerermeister Zeno Solchenberger von Lichtenweg.

Am Sonntag, den 15. September 1968 wurde das neue Schützenheim von Pfarrer Johannes Neubauer eingeweiht.

1978

Da die Standkapazität für die vielen Luftgewehrschützen allmählich zu niedrig wurde, erfolgte am 24. Juni 1978 wiederum bei regnerischem Wetter der erste Spatenstich für den Neubau der Luftgewehrhalle.

Es begann der Neubau der heutigen Schießanlage mit 10 Ständen für Luftgewehr und Luftpistole, sowie der Einbau einer 15m Anlage für Zimmerstutzen und 25m für Sportpistole. In den 18 Wochen Bauzeit wurden von den freiwilligen Helfern 2231 Arbeitsstunden geleistet. Am 9. Dezember konnte Pfarrer Robert Hlawitschka die feierliche Einweihung vornehmen.

1982

Unsere Vereinskameradin und deutsche Meisterin in der Disziplin KK-Englisch Match, Roswitha Schadt, ist in die deutsche Nationalmannschaft berufen worden. Mit dieser war sie 1982 unter anderem bei den Weltmeisterschaften in Caracas (Venezuela), wo sie in der Disziplin Englisch-Match den 15. Platz belegte.

1984

Es war nicht einfach für den 2. Schützenmeister Rupert Fruth, für das offizielle Gründungsdatum einen Nachweis zu erbringen. 3 Jahre lang hat in allen möglichen Archiven eine Vielzahl von Dokumenten und Schriften aus der Isener Vergangenheit eingesehen. Nach langer Suche fand er ein Dokument mit einer urkundlichen Erwähnung der Feuerschützengesellschaft Isen mit dem Datum "25. Jänner 1784".

Zum 200-jährigen Gründungsfest wurde ein Jubiläumsschießen zwischen dem 4. und 20. Mai 1984 abgehalten. Man konnte insgesamt 686 Teilnehmer aus Nah und Fern in Isen begrüßen. Davon schossen 518 mit dem Luftgewehr und 168 mit der Luftpistole.

Am Sonntag dem 24. Juni fand dann das große Gründungsfest der FSG Isen statt. Es begann um 6.00 Uhr Früh mit dem Weckruf der Blaskapelle Isen und den Haager Böllerschützen.

Ab 8.00 Uhr wurden die 88 teilnehmenden Vereine empfangen. Um 10.00 Uhr feierte man mit Pfarrer Robert Hlawitschka einen festlichen Gottesdienst.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen im Festzelt begann um 14:00 Uhr der große Festzug durch den Markt Isen, an dem auch 7 Kapellen teilnahmen.

1986

Elisabeth Stein holte sich mit der Sportpistole den Titel der "Deutschen Meisterin" in der Altersklasse. Mit einen Ergebnis von 370 Ringe setzte sie ihre seit Jahren sehr erfolgreiche Laufbahn als Meisterschützin fort.

1990

Beim Oktoberfest-Landesschießen in München wurde Johanna Reich mit einem 8,5 Teiler Landes-Jugendvizekönigin.

1992

Edmund Sanner erhält im Rahmen einer Feierstunde die Ehrenmedaille und die Ehrennadel im Sport aus der Hand des Kultusministers Hans Zehetmaier, der ihn für seine Verdienste um das Schützenwesen, insbesondere für sein jahrzehntelanges Engagement in der Feuerschützengesellschaft Isen geehrt hat.

1997

Anlässlich der 1250 Jahrfeier des Marktes Isen fand von 15. bis 18. August ein historisches Markttreiben statt. Die sechs Isener Schützengesellschaften haben zusammen eine Schützenschenke mit Armbruststand gebaut und betrieben.

1998

Andrea Müller wurde bei den Schülern im Dreistellungskampf mit 292 Ringen Bayerische Meisterin.

2004

Im Jahr 1912 erzielte der damalige 1. Schützenmeister Josef Forstmaier beim Münchner Oktoberfestschießen den 1. Platz und bekam dafür eine Standarte. Diese vermachte er 1931 den Hubertusschützen. Somit hatte die Standarte der FSG Isen schon 92 Jahre auf "dem Buckel". Dieses Alter war ihr auch anzusehen, deshalb beschloss man eine neue Standarte anzuschaffen. Sie sollte auf der Vorderseite mit dem Vereinswappen bestickt werden, auf der Rückseite wurde die Isener Kirche über zwei gekreuzten Gewehren abgebildet.

Als Fahnenspitze wählte man den bayerischen Löwen.

Sie wurde am Volksfestsonntag, dem 27. Juni in einem feierlichen Festgottesdienst geweiht. Die Weihe fand im Rahmen der 220-Jahr Feier statt. Die Feuerschützengesellschaft Isen konnte dazu über Tausend Schützen aus mehr als 70 Vereinen begrüßen.

2011

Bei den 20. Bayerischen Meisterschaften für Traditionswaffen in Allach, wurde Erich Schmidt mit einem 371 Teiler Bayerischer Feuerstutzen Landesschützenkönig.

2017

31 Jahre nach Elisabeth Stein wurde wieder ein Isener Schütze Deutscher Meister. Michael Goldbrunner hat bei den Deutschen Meisterschaften im Sportschießen in München-Hochbrück in der Disziplin Doppeltrap Gold gewonnen! Der Nationalkaderschütze siegte im Finale mit 29:27-Scheiben. Bereits im Vorkampf belegte er mit 136 von 150 Scheiben den ersten Platz.

Auch in der Mannschaftswertung wurde die Mannschaft der FSG Isen mit den Schützen Michael Goldbrunner, Kurbe Niedermeier und Benedikt Huß souverän Deutscher Meister.


Letzter Update: 10.08.2018